Es gibt keine Regeln in der Bildgestaltung – oder vielleicht doch?

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Zweifellos habt ihr irgendeinen Fotografen sagen gehört, dass es in der Fotografie keine Regeln gibt, wenn es um die Komposition von Bildern geht. In der Tat gefällt mir das Wort „Regeln“ nicht besonders gut. Es klingt so, als müsste man sich immer und unter allen Bedingungen an sie halten. Und schlimmer noch, als ob Verstöße dagegen geahndet würden. Wie Verstöße gegen Verkehrsregeln. Ehrlich gesagt, das würde den ganzen Spaß an der Fotografie zunichte machen.

„… was die ‚Komposition‘ zu einem so schwierigen und esoterischen Thema macht … es gibt keine ‚Regeln‘ – oder besser gesagt, die meisten der bestehenden Regeln werden nicht allgemein akzeptiert.“

Andreas Feininger, The Complete Photographer, Seite 372

Bitte lest das Zitat Feiningers sehr sorgfältig. Insbesondere den letzten Teil, in dem er sagt, dass „die meisten der bestehenden Regeln nicht allgemein akzeptiert werden“. Das bedeutet offensichtlich, dass er glaubt, dass es doch einige Regeln gibt, die tatsächlich universell akzeptiert werden. Würdet ihr dem zustimmen?

Bevor wir uns den allgemein akzeptierten Regeln zuwenden, sollten wir uns zunächst einige der Regeln anschauen, von denen Feininger meint, dass sie nicht als Regeln gelten sollten. Mehr als einmal erwähnt er in seinen vielen Büchern die folgenden Nicht-Regeln:

  • Die Drittel-Regel
  • Der Goldene Schnitt oder Goldene Mittelwert
  • Führungslinien führen den Blick des Betrachters zum Mittelpunkt des Interesses
  • S-Kurven ergeben interessante Bilder
  • Gegenläufige Diagonalen ergeben interessante Bilder
  • Wiederholungs- oder Musteraufnahmen ergeben interessante Bilder
  • Der Horizont sollte ein Foto niemals in zwei gleiche Teile teilen

In der Tat findet man all diese angeblich wichtigen Regeln in jedem Buch über Komposition, auch in unseren eigenen Büchern (wenn ihr nie auf diese Regeln gestoßen seid, googelt sie einfach oder bittet mich ganz lieb, darüber Blogbeiträge zu schreiben). Ohne ins Detail zu gehen, ist jedoch klar, dass das Einhalten dieser Regeln nicht immer und vor allem nicht notwendigerweise zu einem interessanten Foto führen wird. Natürlich kann sich jeder Ausnahmen von diesen Regeln vorstellen, die ein Bild interessant und aufregend machen, weil der Fotograf die Regeln nicht befolgt hat oder sogar genau das Gegenteil getan hat. Oder um den berühmten Physiker Richard P. Feinman zu zitieren:

„If there are exeptions to a rule it is not a rule“

Richard P. Feynman

Wir sollten sie also nicht Regeln nennen, sondern besser „Kompositionshilfen“, die befolgt oder völlig ignoriert werden können. In diesem Sinne ist es gut, all diese Kompositionhilfen zu kennen und sie vielleicht als Ausgangspunkt zu verwenden. Aber es gibt keinen Grund, sich immer an sie zu halten.

Aber gibt es vielleicht doch feste Regeln? Ein paar zumindest?

Nun, ich würde ja sagen.

In all meinen Jahren als Fotograf habe ich das erlebt, was ich „die sieben Todsünden in der Fotografie“ nenne (warum es unbedingt sieben sein sollten, ist mir ein Rätsel … ). Ok, sie als Todsünden zu bezeichnen, ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ich kann diese Fehler einfach nicht ertragen, wenn ich sie auf einem Foto sehe, und ich empfehle dringend, sie zu vermeiden.

Und was sind diese sieben Fehler? Sorry, Leute, hier ist ein kleiner Cliffhanger. Wartet bitte auf den nächsten Blogpost. In der Zwischenzeit könnt ihr versuchen, euch eure persönliche Meinung darüber zu bilden, was man auf jeden Fall vermeiden sollten. Wenn ihr möchtet, könnt ihr eure Gedanken zu diesem Thema gerne in den Kommentaren hinterlassen.

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