Watt iss enne Pixel?

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Watt iss enne Pixel? Da stelln mer uns mal janz dumm … Na gut, ich will euch nicht mit der Feuerzangenbowle nerven. Aber die Frage ist durchaus wichtig. Denn wer die Antwort kennt, hat (fast) die gesamte Bildbearbeitung verstanden. Die beruht nämlich auf zwei ganz wichtigen Eigenschaften eines Pixels.

Fangen wir mit den unwichtigen Eigenschaften an

Wenn wir in unseren Kursen die Frage stellen, welche Eigenschaften ein Pixel hat, dann ist die erste Antwort fast immer: Ein Pixel ist quadratisch. Für die meisten digitalen Bilder ist das nicht falsch. Aber ein Pixel kann sehr wohl auch rechteckig sein. Wer sich noch an DV Video erinnern kann, kennt das Thema. Je nach Format konnten die Pixel ganz unterschiedliche Seitenverhältnisse haben. Nur quadratisch waren sie nicht. Und so können auch digitale Fotos rechteckige Pixel haben. Hier ist der Beweis:

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Das ist in Photoshop ganz leicht zu bewerkstelligen.

Für die weitaus meisten digitalen Bilder gilt aber, dass die Pixel quadratisch sind. Es ist aber keine wirklich wichtige Eigenschaft. Quadratische Pixel machen nur einige Berechnungen einfacher, etwa wenn es um die Auflösung des Bildes geht.

Und die Größe eines Pixels?

Nein, auch keine wirklich wichtige Eigenschaft. Zunächst hat ein Pixel gar keine festgelegte Größe. Oder besser gesagt: Es kann fast jede beliebige Größe annehmen. Die Pixelgröße kommt erst über den Umweg der Auflösung ins Spiel, wenn man ein Bild drucken will. Aber das ist ein ganz anderes Thema und für einen anderen Blog bestimmt.

Die erste wichtige Eigenschaft

Ich habe mal ein schönes Pixel gebaut, an dem man die erste wichtige Eigenschaft gut erkennen kann:

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Wunderbar, gell?

Habt ihr die Eigenschaft erkannt? Falls nicht, kommt sie hier im Klartext:

Ein Pixel hat einen und nur einen Farbton.

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig banal, ist aber ganz elementar für jegliche Bildbearbeitung. Innerhalb eines Pixels gibt es also keine Farbvariation wie etwa Farbverläufe oder ähnliches. Das Wort Farbton soll auch die Helligkeit mit umfassen.

Wir müssen aber die Definition von oben noch ein wenig erweitern:

Ein Pixel hat einen und nur einen Farbton. Aber es kann (innerhalb des Farbraums) jeden beliebigen Farbton annehmen.

Diese kleine Erweiterung beschreibt fast die gesamte Bildbearbeitung. Denn im Grunde machen wir bei der BIldbearbeitung mit wenigen Ausnahmen nichts anderes, als die Farbe von Pixeln zu verändern. Dabei kann man sämtliche Pixel im Bild verändern oder wie im Bild unten nur ein einziges.

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Selbst bei Montagen mit mehreren Ebenen oder bei Retusche von Fehlstellen im Bild passiert grundsätzlich nichts anderes, als die Veränderung des Farbtons von Pixeln.

Die zweite wichtige Eigenschaft

Diese zweite Eigenschaft sieht man einem Pixel nicht so ohne weiteres an. Deshalb hier wieder der Klartext:

Ein Pixel ist unteilbar

Ok, das hat man vom Atom auch gesagt. Aber beim Pixel stimmt es wirklich. Es gibt einfach keine halben oder achtel Pixel. Es gibt immer nur ganze Pixel. Das merkt man immer dann, wenn man ein Bild beschneiden will. Das ist immer nur an den Pixelkanten möglich. Und deshalb hat ein digitales Bild auch immer eine ganzzahlige Anzahl von Pixeln an der langen und kurzen Seite.

Auch wenn man eine Auswahl macht, um ein Bild partiell zu bearbeiten, wird diese Eigenschaft offensichtlich. Der folgende Screenshot zeigt das Detail einer elliptischen Auswahl. Man sieht in der starken Vergrößerung, dass die Auswahl in Wirklichkeit nicht elliptisch sondern ein Polygonzug entlang der Pixelkanten ist.

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Also auch hier wieder keine halben Sachen!

Fazit

So, damit wisst ihr, wie die digitale Bildberarbeitung funktioniert. Mehr ist da nicht dran. Keine Hexerei, nur Farben von ganzen Pixeln verändern. Simpel, oder?

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