Lightroom – Radieren in einem Verlauf

bisher 2 Kommentare

Kilmacduagh Abbey, Irland

Das Verlaufswerkzeug aus Lightroom ist euch sicherlich bekannt. Ich nutze es auf jeden Fall gerne, um zum Beispiel einem wolkenverhangenen Himmel ein wenig mehr Dramatik zu verleihen. Vielleicht wisst ihr aber noch nicht, dass man in einem Verlauf auch radieren kann. Und das ist ein elementarer Vorteil gegenüber einem echten Verlaufsfilter.

Kilmacduagh Abbey, Irland

Das Foto von Kilmacduagh Abbey entstand an einem regnerischen Tag. Damit die Grabsteine und die Ruine nicht zu dunkel wurden, habe ich ein wenig reichlicher belichtet, als vom Belichtungsmesser vorgeschlagen. Das führte dann allerdings zu einem recht hellen Himmel, den ich deutlich dunkler und dramatischer gesehen habe als die Kamera. Hier ist das bearbeitete Foto ohne Grauverlauf:

Kilmacduagh Abbey, Irland

Das sieht schon ganz nett aus, aber es fehlt jede Dramatik. Die gute Nachricht ist aber, dass im Foto alle Tonwerte von den Lichtern bis zu den Schatten vorhanden sind. Damit ist die entscheidende Voraussetzung für die Nachbearbeitung gegeben.

Im ersten Schritt lege ich einen Verlauf über den Himmel:

Verlaufsfilter

Daten des Verlaufsfilters

Im Wesentlichen wurden die Belichtung und Lichter abgedunkelt. Der Himmel sieht daher auch schon so aus wie gewünscht. Leider wird durch den Verlauf der Rundturm ebenfalls abgedunkelt und wirkt daher unnatürlich (das wäre auch bei einem echten Grauverlaufsfilter passiert!). Deshalb habe ich die Tiefen auf +50 angehoben. Aber wie man am Bild sieht, löst das das Problem nicht ganz. Eine weitere Anhebung der Tiefen brächte noch eine leichte Verbesserung, aber der Turm bliebe dennoch zu dunkel. Außerdem erhöht eine Aufhellung immer das Rauschen. Daher bin ich mit dem Tiefenregler eher vorsichtig.

Die Lösung des Problems versteckt sich etwas unscheinbar hinter dem Pinsel:

Innerhalb des Verlaufswerkzeugs gibt es die Schaltfläche Pinsel. Wenn man den Pinsel auf „Löschen“ stellt, kann man innerhalb des Verlaufs damit radieren. Wichtig ist noch das Häkchen bei „Automatisch maskieren“. Wenn es gesetzt ist, versucht LR Kanten zu erkennen und die Wirkung des Pinsels auf den Bereich innerhalb der Kante zu beschränken. Das funktioniert relativ gut. Dennoch sollte man mit einem eher kleinen Pinsel und sehr vorsichtig arbeiten.

Pinselwerkzeug

Nun kann man loslegen und die störenden Bereich des Verlaufs löschen.

Pinselwerkzeug im Einsatz

An den Kanten ist die Arbeit etwas mühselig, da man aufpassen muss, nicht im Himmel zu radieren. Aber es funktioniert. Falls man zuviel wegradiert hat, kann man das natürlich mit dem normalen Pinsel, also nicht im „Löschen-Modus“, wieder reparieren.

Hier nochmal das komplette Bild:

Kilmacduagh Abbey, Irland

Diese Funktion finde ich wirklich hilfreich. Wenn ihr sie noch nicht genutzt habt, dann sollte ihr euch damit vertraut machen. Denn die durch den Verlaufsfilter verursachte unerwünschte Abdunklung von Objekten, die in den Himmel hineinragen, kommt doch ziemlich häufig vor.

Dieser Blogpost ist wie üblich trotz Produktnennung nicht gesponsort.

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2 Antworten

  1. Peter Schick
    | Antworten

    Lieber Rainer, die bekannte Dogma hat sic jüngst auch dieses Themas angenommen. Du siehst, man liest deinen Blog.

    • Rainer Hoffmann
      | Antworten

      Lieber Peter,
      wenn Docma sich der Sache annimmt, dann sind wir ja ganz en vogue. Schön zu wissen, dass der Blog gelesen wird.

      Beste Grüße
      Rainer

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