Nochmal die fotografische Komfortzone

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Rallye

Ich hatte ja schon mal über die Erfahrung berichtet, wenn man die persönliche fotografische Komfortzone verlässt. Heute ein weiterer Bericht zu diesem Thema. Diesmal geht es um Motorsport. Wenn ihr euch fragt, wie der Hoffmann zum Motorsport kommt, obwohl ihn Autos nicht im mindesten interessieren, nun ja. Also, ich kenne da jemanden, der jemanden kennt, der einen kennt der Rallyes fährt und der gerne ein paar schöne Fotos haben möchte. Oder jedenfalls so ähnlich …

Im Fahrerlager

Am Freitag Nachmittag war fotografieren im Fahrerlager angesetzt. Das war der einfache Teil. Zum Warmlaufen sozusagen. Viele nette Leute und bunte Autos, da kann gar nichts schief gehen. Ging es auch nicht. Die Autos waren meistens hochgebockt und gaben keine Mucks von sich. Das kann sogar ich problemlos fotografieren.

Hochgebockt

Wenn mein Auto so aussieht, weiß ich, dass es an diesem Tag nicht mehr fahren wird. Das ist bei einer Rallye ganz anders. Da Regen vorhergesagt war, warteten die Teams bis zur letzten Minute mit der Reifenwahl. Die Mechaniker montieren die vier Räder schneller, als ich auf den Auslöser drücke. Na ja, fast jedenfalls.

Montage der Räder

Im Fahrerlager entstanden also viele Detailfotos der Fahrzeuge unter sehr kontrollierten Bedingungen. Völlig unkompliziert und entsprechend hoch war die Ausbeute.

Wertungsprüfungen

Da ich keine Ahnung hatte, wie so eine Rallye abläuft, war ich vollkommen unvorbereitet. Besagter Fahrer, der gerne ein paar schöne Fotos haben wollte, hat mir  erklärt, was mich erwartet. Auf dem Streckenplan habe ich mir dann ein paar Standorte ausgesucht, die mir günstige Fotopunkte zu sein schienen: Spitzkehren und 90 Grad Kurven. Der Ingenieur in mir war zu dem Schluss gekommen, dass dort die Geschwindigkeit der Fahrzeuge eher gering sein würde. Damit lag ich nicht völlig falsch.

Blieb noch die Wahl der richtigen Brennweite. Da ich auch nicht wusste, wie nah man an die Strecke herankommt, entschied ich mich für eine möglichst flexible Ausrüstung: 70 – 200 mm, 300 mm, 1,4 x und 2 x Konverter. Das war eine gute Wahl, denn ich habe an den drei Fotopunkten, für die ich mich entschieden hatte, tatsächlich alles gebraucht.

Da die Fahrzeuge eine Wertungsprüfung nur zweimal durchfahren, wollte ich auf jeden Fall sicherstellen, dass ich ein paar brauchbare Bilder vom Auto des Fahrers, der mich um die Bilder gebeten hatte, mitbringen würde. Ich entschied mich also für kurze Belichtungszeiten um 1/1000 s und gegen jegliche Experimente wie Mitzieher oder ähnliches. Ich kann sagen, dass die Taktik aufgegangen ist.

Rallyefahrzeug

Dank der vergleichsweise geringen Geschwindigkeit in den Kurven und Spitzkehren und Dank der kurzen Belichtungszeit habe ich unerwartet viele knackscharfe Fotos auf die Karte gebannt. Ich war angesichts meiner fehlenden Erfahrung wirklich positiv überrascht. Vom Tanzsport war ich eine wesentlich höhere Ausschussquote gewohnt.

Das Bild oben entstand mit 300 mm plus 1,4 x Konverter und mit Einbeinstativ aus einer Entferung von ca. 50 Metern. Aus Sicherheitsgründen darf man an solchen Stellen nicht näher an die Strecke heran.

Rallyefahrzeug

Dieses Bild entstand an einer Stelle hinter einer Spitzkehre, an der die Fahrzeuge wieder beschleunigen. Hier reichten 200 mm Brennweite für ein fast formatfüllendes Foto.

Fazit

Es war ungewohnt, aber es hat Spaß gemacht. Ich habe viel dazu gelernt. Falls ich nochmal bei einer Rallye fotografieren sollte, wäre ich auf jeden Fall viel besser vorbereitet. Und ich würde ganz bestimmt einige Experimente machen, denn dass ich „normale“ scharfe Fotos von Rallyefahrzeugen machen kann, weiß ich ja bereits …

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