Das Buch zur Kamera

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Spiegelgehäuse einer DSLR

Zu fast jeder Kamera gibt es heute ein passendes Buch. Und das ist gut so, denn die Bedienungsanleitungen der Hersteller sind in aller Regel kaum zu gebrauchen. Sie taugen allenfalls, um bestimmte selten benutzte Funktionen nachschlagen zu können. Das setzt aber voraus, dass man die Grundlagen der Fotografie beherrscht und die Fachbegriffe bereits kennt. Andernfalls findet man bestimmt nicht, wonach man sucht. Das Buch zur Kamera füllt diese Lücke.

Riesenangebot

Die Suche nach „Buch zur Kamera“ ergibt jede Menge Treffer. Bei 50 habe ich aufgehört zu zählen. Es dürfte also für die wichtigsten Spiegelreflex- und spiegellosen Systemkameras das passende Buch geben. Selbst für einige Bridge- und Kompaktkameras finden sich die entsprechenden Bücher. Mittlerweile ist es bereits so, dass in unseren Einsteigerkursen viele Teilnehmer statt der Bedienungsanleitung (die es meistens nur noch digital gibt) das passende Buch zu ihrer Kamera dabei haben. Wir begrüßen das sehr, denn meistens sind die Funktionen der Kamera dort sehr viel besser und anschaulicher beschrieben als in der Bedienungsanleitung. Die Autoren leisten wirklich ganze Arbeit. Von unserer Seite eine klare Empfehlung, auch wenn wir naturgemäß nur wenige dieser Bücher aus eigener Anschauung kennen. Aber besser als die Bedienungsanleitungen der Hersteller sind sie bestimmt allemal.

Ausführlich und vollständig

Die Bücher zur Kamera, die wir, dank unserer Kursteilnehmer, selbst in der Hand gehabt haben, machten alle einen sehr guten Eindruck. Die Bücher sind durchweg gut illustriert. Das gilt sowohl für die Grafiken als auch für die Beispielbilder, an denen man nicht selten mehr lernen kann, als von Beschreibungen komplexer Zusammenhänge. Außerdem waren sie alle sehr umfangreich und zumindest gefühlt lassen sie kein Thema und keine Funktion der Kamera aus. Das ist sicherlich auch der Anspruch von Autoren und Verlagen.

Overkill?

Mit der Beschreibung aller Funktionen der Kamera geht aber auch ein Problem einher. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das ist nicht die Schuld der Autoren oder der Verlage. Es ist ein prinzipielles Problem, da sich diese Bücher primär an Einsteiger in die Fotografie wenden. Da die Bücher jede wirklich noch so exotische Funktion im Detail erklären, wird es dem Leser nicht gerade leicht gemacht, die wichtigen Dinge von den Ausstattungsmerkmalen der Kamera, die fast niemand braucht, zu unterscheiden. Und von diesen ausgefallenen Funktionen gibt es mittlerweile dank der Mikroelektronik jede Menge. Und mit jedem neuen Kameramodell kommen weitere Nettigkeiten hinzu. Dass Einsteiger da hoffnungslos überfordert sind, ist gar kein Wunder.

In unseren Kursen merken wir das immer wieder. Bevor die Teilnehmer überhaupt die grundlegenden Zusammenhänge der Fotografie verstanden haben, werden wir mit Fragen zu irgendwelchen Funktionen überschüttet, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Es steht halt im Buch, dann muss es überlebenswichtig sein für den angehenden Fotografen.

Unser Vorschlag an die Buchautoren und Verlage ist daher eine ganz klare Trennung in einen Grundlagenteil, in dem nur die für die Fotografie wichtigen Dinge erklärt werden (das sind ja bekanntlich nicht sooo viele 😉 ) und einen Teil für all die mehr oder weniger sinnvollen Funktionen, die kaum ein Mensch braucht, der die Grundlagen verstanden hat. Gesichtserkennung fällt mir da ganz spontan ein. Andererseits, da die Gesichtserkennung meistens standardmäßig aktiviert ist, wenn man die Kamera aus der Verpackung nimmt … Schlechtes Beispiel.

Es mag sein, dass es Bücher gibt, die so aufgebaut sind. Diejenigen, die wir gesehen haben, waren da jedoch nicht so klar aufgeteilt.

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