Landschaftsfotografie mit dem Teleobjektiv

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Namibia

Landschaftsfotografie ist vermutlich eines der beliebtesten Genres unter Fotografen. Und mit Recht. Landschaft gibt es überall und sie hält auch immer still. Gute Voraussetzungen also für tolle Fotos. Deshalb hören wir in unseren Kursen auch oft die Frage, welche Objektive denn besonders gut für die Landschaftsfotografie geeignet sind.Die einfache Antwort darauf ist natürlich: ein Weitwinkelobjektiv. Aber das wäre denn doch zu einfach.

Ist die Frage nach einem geeigneten Objektiv für Landschaftsfotografie überhaupt eine sinnvolle Frage?

Ganz klares jein!

Vermutlich entstehen die meisten Landschaftsfotos tatsächlich mit Weitwinkelobjektiven. Wir können da allerdings nur unser eigenes Archiv als Maßstab nehmen. Insofern kann man dann den zukünftigen Landschaftsfotografen wohl wirklich zu einem Objektiv mit eher kurzer Brennweite raten. Aber leider werden Weitwinkelobjektive in der Landschaftsfotografie oft gedankenlos eingesetzt, frei nach dem Motto „Landschaft = Weitwinkel“. Und das ist sehr schade, denn die Brennweite des Objektivs sollte sich nicht nach dem fotografischen Genre sondern nach der Bildidee und der Intention des Fotografen richten. In dem Fall sollte das Motto besser lauten: „Alles geht, wenn es denn dem Bild zugute kommt“. Und da kommen die langen Brennweiten durchaus in Betracht.

Die andere Sicht

Wir alle kennen sicherlich die Fotos der abgestorbenen Bäume in der Dead Vlei, den berühmten Sanddünen in Namibia. Sie sehen ungefähr so aus:

sossusvlei
16 mm an Vollformat

Das ist ohne Frage eine eindrucksvolle Landschaft. Roter Sand, blauer Himmel und weiße Wolken sind immer eine tolle Kombination. Selbstverständlich gehört eine dieser Aufnahmen in das Portfolio. Aber es geht eben auch anders:

Dead Vlei
200 mm an Vollformat

Die lange Brennweite verdichtet die Perspektive so stark, dass die tatsächliche Ausdehnung der Dead Vlei und der Abstand der Bäume von den Dünen gar nicht mehr klar wird. Aber die Bildaussage konzentriert sich viel deutlicher auf die extreme Trockenheit und die Höhe der Dünen im Vergleich zu den Bäumen kommt besser zur Geltung. Das Aufmacherfoto entstand übrigens mit einer Brennweite von 300 mm.

Die selektive Wahrnehmung der Landschaft kann deutlich eindrucksvoller sein als eine der üblichen Gesamtansichten. Auch in der Landschaftsfotografie kann das Prinzip „Weglassen, was nichts zur Sache tut“ absolut sinnvoll sein.

Hier noch zwei Beispiele für Landschaftsfotografie mit langen Brennweiten:

Irland
300 mm an Vollformat
Tansania
500 mm an Vollformat

Fazit

Es muss nicht immer Weitwinkel sein. Enge Bildausschnitte und grafische Kompositionen können auch in der Landschaftsfotografie für die nötige Abwechslung sorgen.

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