Alternativen zum Makroobjektiv

bisher Keine Kommentare

Blütenstand

Makrofotografie ist immer faszinierend. Die Welt der kleinen oder sehr kleinen Dinge können wir mit bloßem Auge kaum erfassen. Erst die Makroaufnmahme macht ansonsten unsichtbare Details sichtbar. Deshalb erfreut sich die Makrofotografie ungebrochener Beliebtheit. Nicht nur bei Blumenfotografen. Leider sind die Ansprüche an die technische Ausstattung bei der Makrofotografie nicht ganz ohne. Aber es muss nicht unbedingt ein teures Makroobjektiv sein.

Die Vorteile des Makroobjektivs

Ein echtes Makroobjektiv (im Gegensatz zur Makroeinstellung vieler Zo0mobjektive) ist ohne Frage die beste Lösung für alle Makrofotografen. Diese Objektive sind durchweg sehr hochwertig und bieten eine sehr gute Bildqualität, ganz gleich ob vom Originalhersteller oder von einem Fremdhersteller. Da sie in der Regel eine hohe Anfangsöffnung aufweisen und sich bis auf unendlich fokussieren lassen, sind sie universell einsetzbar. So sind Sie auch sehr gute Porträtobjektive. Die üblichen Brennweiten sind 50/60 mm, 100/105 mm und 180 mm. Die längeren Brennweiten haben den Vorteil, dass man seinem Objekt nicht zu nahe kommen muss. Das verringert die Gefahr, die Fluchtdistanz von Insekten zu unterschreiten. Außerdem werfen Kamera und Objektiv nicht so leicht einen Schatten auf das Motiv, wenn der Abstand etwas größer ist. Leider sind Makroobjektive aus gutem Grund nicht ganz billig. Und als Faustregel gilt: Je länger die Brennweite, desto teurer. Wer sich jedoch intensiv mit der Makrofotografie auseinandersetzen will, wird auf lange Sicht nicht um die Anschaffung eines Makroobjektivs herumkommen. Aber für den Einstieg gibt es durchaus Alternativen.

Die Makrofunktion von Zoomobjektiven

Makroeinstellung

Moderne Standardzoomobjektive bieten in der Regel eine Makroeinstellung. Die geringste mögliche Entfernung zum Motiv ist allerdings meistens nur bei Weitwinkeleinstellung möglich. Daher ist der mögliche Abbildungsmaßstab im Vergleich zu einem Makroobjektiv nicht besonders groß. Per Definition beginnt der Makrobereich bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1. Das bedeutet, dass ein Objekt von z. B. zwei cm Länge auf dem Sensor auch genau zwei Zentimeter groß abgebildet werden. Diesen Abbildungsmaßstab erreichen die meisten Zoomobjektive leider nicht. Eine Aufnahme wie die Blütenstände im Titelfoto ist dann nicht möglich.

Nahlinsen

Nahlinse
Foto: Canon

 

Nahlinsen sind die günstigste Möglichkeit für den Einstieg in die Nahfotografie,. Sie werden einfach vor das vorhandenen Objektiv geschraubt und verringern die Naheinstellgrenze. Je nach Linsentyp kann man damit in den extremen Nahbereich vordringen. Allerdings verringert sich die Abbildungsqualität durch jede zusätzliche Linse vor dem Objektiv. Deshalb ist eine sogenannte achromatische Nahlinse die Beste Lösung. Abbildungsfehler werden dadurch minimiert.

Zwischenringe

 

Zwischenring

Zwischenringe sind prinzipiell nur zylindrische Ringe, die zwischen Objektiv und Kameragehäuse angebracht werden. Dadurch wird die Naheinstellgrenze jedes beliebigen Objektivs verringert und der Abbildungsmaßstab entsprechend vergrößert. Wenn die Zwischenringe mit den elektrischen Kontakten zur Übertragung der Blendenwerte ausgestattet sind, können die Aufnahmen wie gewohnt auch in den automatischen bzw. halbautomatischen Belichtungsmodi erfolgen. Sind die Kontakte nicht vorhanden, kann man natürlich jederzeit im manuellen Modus arbeiten.

Wichtiger Hinweis: Bei Verwendung eines Zwischenrings kann nicht mehr auf Unendlich fokussiert werden!

Umkehrringe

Normale Objektive sind nicht besonders gut für den Nahbereich geeignet, da sie für „übliche“ Aufnahmeentfernungen im Bereich von einigen Metern optimiert sind. Wenn Sie jedoch mit der Frontlinse in Richtung der Kamera montiert werden, sind sie auch ausgezeichnete Makroobjektive. Dazu werden sogenannte Umkehrringe benötigt, die in das Filtergewinde des Objektivs geschraubt und dann mit dem entsprechenden Bajonett am Kameragehäuse montiert werden. Von einigen wenigen Speziallösungen ist dann aber ein Übertragung der Blendenwerte auf das Objektiv nicht mehr möglich. Daher muss die Belichtung grundsätzlich bei offener Blende und im manuellen Belichtungsmodus erfolgen.

Balgengeräte

Balgengerät
Foto: Novoflex

 

Balgengeräte werden wie Zwischenringe zwischen Kameragehäuse und Objektiv angebracht. Durch den Balgen ist der Abstand zwischen Objektiv und Kamera in weiten Grenzen veränderbar. Damit sind dann sehr große Abbildungsmaßstäbe (größer als 1:1) mit jedem Objektiv möglich. Allerdings gilt auch hier wieder, dass normale Objektive für den Nahbereich nicht besonders gut geeignet sind. Ideal ist aber die Kombination mit einem Makroobjektiv. Allerdings gibt es nur wenige Balgengeräte, die auch die Blendenwerte übertragen. Wie bei den Umkehrringen muss man dann also bei offener Blende und im manuellen Belichtungsmodus fotografieren.

Balgengerät sind allerdings wegen der aufwändigen Mechanik sehr teuer, insbesondere wenn sie auch die Blendenwerte übertragen können. Für den Einstieg ist ein Balgengerät daher nicht die bevorzugte Lösung.

 

Deine Gedanken zu diesem Thema