Grenzen des Focus Stacking

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Blumen im Keukenhof

Bei manchen Motiven möchte man unbedingt eine große Schärfentiefe haben. So ging es uns bei diesem Foto der Gartenlandschaft. Leider waren selbst bei Blende 22 die weißen Tulpen in der zweiten Reihe bereits unscharf. Ein größeres Abblenden war mit dem eingesetzten Objektiv allerdings technisch nicht möglich.

Aber – so dachten wir – kein Problem, wir können uns ja in der Nachbearbeitung mit Focus Stacking behelfen. Wir machten also 5 Aufnahmen mit dem gleichen Ausschnitt (natürlich vom Stativ), wobei wir aber in jeder Aufnahme den Schärfebereich manuell weiter nach hinten verschoben. Das Focus Stacking würde sich anschließend aus jedem Bild die jeweiligen Schärfebereiche aussuchen und diese dann zu einem durchgängig scharfen Bild zusammensetzen.

Focus StackingFocus StackingFocus StackingFocus StackingFocus Stacking

Allerdings war es in diesem Fall nicht so einfach. Wenn man sich die 5 verschiedenen Aufnahmen anschaut sieht man sehr schnell, dass sich die Lichtverhältnisse bei jedem Bild ein wenig verändert haben. Zum zweiten war es an diesem Tag leicht windig, so dass sich die Blumen ein wenig bewegt haben. Und die dritte Herausforderung an diesem Tag war, dass sich in der Zeit, wo wir die Aufnahmen machten, die ein oder andere Person in den linken oberen Bildrand „geschlichen“ hat. Auf den kleinen Vorschaubildern ist das natürlich nicht erkennbar …

Das endgültige Ergebnis des Focus Stacking ist dann auch nicht richtig überzeugend. Während das Programm noch recht gut mit den unterschiedlichen Lichtverhältnissen klar gekommen ist und auch die Bewegung der Blumen relativ gut ausgeglichen hat, sind die Bereiche im linken oberen Bildrand als auch im Bereich der Büsche unbefriedigend. Dies sieht man sehr schnell in der 100 % Ansicht der oberen linke Bildecke.

Ergebnis des Focus Stacking

Während die Unschärfe der Randbereiche beim Focus Stacking noch weitgehend normal ist, sind die unscharfen Büsche natürlich eine Folge des Windes. Bei genauerer Betrachtung finden sich solche Unschärfen an mehreren Stellen im Bild. Das Bild ist zwar nicht völlig unbrauchbar aber eben auch nicht optimal. Bei einer stärkeren Vergrößerung werden die partiellen Unschärfen leider sichtbar.

Fazit

Focus Stacking bietet sich am besten bei statischen Motiven und gleichmäßigen Lichtverhältnissen an (sprich: am besten im Studio). Bei wechselnden Lichtverhältnissen und leichten Bewegungen kommt auch das beste Programm an seine Grenzen.

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