Display Action

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Galoppierendes Pferd

„Display Action“ ist ein seltsamer Titel, ich weiß. Darauf gekommen bin ich, weil wir in unseren Einsteiger Kursen immer wieder hören „Ich fotografiere gerne meine Enkel, aber die sind so schnell, die sind schon aus dem Bild bevor ich auslösen kann“. Oder „Mein kleiner Sohn ist so schnell, da ist meistens nur noch ein Fuß im Bild“. Oder so ähnlich. Das Problem verstehe ich gut, obwohl ich weder Enkel noch Kinder habe. Deshalb muss als Aufmacher auch ein Pferdefoto herhalten …

Was hat das Display mit Action zu tun?

Eigentlich gar nichts. Allerdings fällt bei oben genannten Omas, Opas, Müttern und Vätern eine Gemeinsamkeit auf. Also außer, dass sie Kinder und Enkelkinder haben:

Sie halten die Kamera am ausgestreckten Arm und schauen beim Fotografieren auf das Mäusekino.

Wenn ihr jetzt sagt „Na und? Das mach‘ ich auch so“, dann habt ihr offenbar noch nie schnell bewegte Objekte fotografiert. Also Enkel oder Pferde. Ich behaupte, dass Actionfotografie mit der Kamera am ausgestreckten Arm einfach nicht geht. Denn wenn man ein bewegtes Objekt verfolgt, muss die Kamera logischerweise nachgeführt werden. Dazu muss Sie um einen Punkt gedreht werden. Dieser Punkt ist aber zwangläufig das Ende der Arme, also der Körper des Fotografen. Für einen bestimmten Winkel, den die Kamera verschwenkt werden muss, um dem Objekt zu folgen, ist jedoch der Weg umso länger, je weiter die Kamera vom Körper entfernt ist. Oder anders gesagt: Mit dem Auge am Okular der Kamera lässt sich viel schneller schwenken. Die Grafik verdeutlicht das:

Kameraschwenk

Erschwerend kommt hinzu, dass die Schwenkbewegung instabiler wird, wenn die Kamera nicht an der Stirn abgestützt werden kann. Eine mehr oder weniger starke Auf- und Abbewegung der Kamera ist dann praktisch unvermeidbar. Den Todesstoß bekommt das Fotografieren mit Display aber versetzt, wenn womöglich die Sonne scheint. Eine Beurteilung des Bildes auf dem Display ist dann praktisch nicht mehr möglich. Den richtigen Zeitpunkt zum Auslösen zu erwischen ist also reine Glückssache. Und die Belichtungsparameter im Auge zu behalten ist schlicht unmöglich. Man sollte sich also nicht wundern, wenn die Enkel nicht oder nur teilweise im Bild sind …

Fazit

Die Kamera gehört ans Auge! Aus meiner persönlichen Sicht nicht nur bei der Sport- und Actionfotografie, aber da besonders.

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