Fotografieren und backen

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Plätzchenteig und Ausstechform

In der Vorweihnachtszeit wird ja bekanntlich viel Gebacken: Plätzchen, Kekse, Stollen und was es sonst noch leckeres gibt. Das ist natürlich immer ein großer Spaß für die ganze Familie. Aber haben Sie sich schon mal gefragt, was Fotografieren und Backen gemeinsam haben?

Na?

Eben. Herzlich wenig. Um nicht zu sagen: gar nichts.

Man nehme …

Seit Uromas Zeiten geht Backen in etwa so: Man nehme 150 Gramm Mehl, 3 Eier, 100 Gramm Zucker, eine Tüte Backpulver und verrühre alles zu einem glatten Einheitsbrei. Dann ab damit für 20 Minuten bei 200 Grad in den Ofen. Fertig ist der Kuchen.

Wenn man sich an das Rezept hält, dann ist der Erfolg ziemlich sicher. Der Kuchen gelingt immer!

Und fotografieren? Einige Teilnehmer in den Fotografie-Grundkursen erhoffen sich von Rainer und Simone Rezepte wie aus Dr. Oetkers Backbuch: Man nehme 1/125 Sekunde, Blende 8, ISO 200 und drücke auf den Auslöser. Fertig ist das perfekte Bild. Genau das suggeriert ja auch die Werbung der Kamerahersteller.

Einige Buchautoren haben erkannt, was der Hobbyfotograf wirklich will. Eine kurze (vermutlich unvollständige) Suche bei Amazon ergab folgende Treffer:

  • Fotos nach Rezept: Schritt für Schritt zum perfekten Foto
  • Scott Kelbys Fotorezepte: 180 Wege zu professionellen Bildern
  • Kreative Blitzpraxis: Rezepte für das entfesselte Blitzen

Fotografieren nach Rezept

So einfach ist das also. Nur Rainer und Simone haben das noch nicht erkannt. Die machen immer noch so umständliche Kurse, in denen es darum geht, die Grundprinzipien zu verstehen. Oder die eigene Wahrnehmung zu schulen. Oder Bilder zu analysieren, um zu verstehen, warum ein Foto auf den Betracher wirkt, oder eben nicht wirkt. Die beiden glauben tatsächlich, das Fotografieren mehr mit Kochen als mit Backen zu tun hat. Beim Backen wird halt alles nach Rezept zusammengerührt und man hofft, dass am Ende der Backzeit etwas Essbares dabei heraus kommt. Beim Kochen dagegen werden die Mengen variiert, es wird abgeschmeckt, die Garzeiten werden nach Bedarf angepasst und so weiter und so weiter. Je nach persönlichem Geschmack, der Qualität der Zutaten und einem Quentchen Zufall kommt halt jedesmal etwas anderes heraus.

Ist vielleicht auch gut so. Wenn wir alle nur nach Rezepten fotografieren würden, käme auch immer nur Einheitsbrei heraus.

 

Ihre Louise von Tharau

 

Disclaimer: Die Artikel in der Rubrik „Louises Welt – Abgewatschelt“ stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion dar

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