Fotografie als Religion

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Betender Engel

Na, jetzt begibt sich die von Tharau aber auf dünnes Eis, werden Sie sich vielleicht denken. Stimmt, aber es muss ja mal gesagt werden: Bisweilen nehmen fotografische Themen religiöse Züge an. Hier sind die Bestseller.

Original- oder Fremdobjektive

Nicht wenige, meist selbst ernannte Experten, sind der Meinung, brauchbare Fotos könne man nur mit Originalobjektiven machen. Weil sie einfach teu… äh, besser sind. Mal abgesehen davon, dass das nicht notwendigerweise stimmt: Glauben diese Experten wirklich, dass man den Qualitätsunterschied am real existierenden Foto tatsächlich sieht? 90% aller Fotos, die das Licht der Welt erblicken sind nicht größer als 10×15 cm… Da könnte man auch mit einem Flaschenboden vor der Kamera fotografieren! Wer allerdings, wie die bereits mehrfach erwähnten Experten, immer nur Siemenssterne oder andere Testcharts fotografiert, ja, der könnte eventuell einen Qualitätsunterschied sehen. Insbesondere in der 100% Ansicht auf dem Monitor.

MFT, APS-C oder Vollformat

Manch einer glaubt, dass ein fotografisches Leben ohne den heiligen Gral Vollformat gar nicht denkbar, zumindest aber nicht lebenswert ist. Dabei hat der kleinere Sensor ja viele Vorteile. Kamera und Objektive werden kleiner, leichter und billiger. Und der Cropfakter kommt besonders den Tierfotografen zu Gute, die jetzt nicht mehr mit riesigen, schweren und sündhaft teuren 500 mm oder 600 mm Teles durch die Gegend rennen müssen und damit die Karnickel erschrecken. Und die Bildqualität? Nun ja, jenseits von ISO 3200 oder 6400 spielen die großen Sensoren natürlich ihre Vorteile aus. Vor allem auf dem Monitor in der 100% Ansicht.

Und im Übrigen sind 90% aller Fotos, die das Licht der Welt… oh, ich glaube, das hatte ich schon erwähnt.

Spiegelreflex oder spiegellose Systemkamera

Ja, Spiegelreflexkameras sind große, schwere, unpraktische Dinosaurier und die sterben bekanntlich irgendwann aus. Und die systemlosen spiegellosen Systemkameras haben unbrauchbare Sucher und viel zu kleine Akkus. Und die meisten sehen nicht mal sexy aus.

Aber mit beiden kann man gute und schlechte Fotos machen. Und denen sieht man nicht mal an, mit welchem Kameratyp sie gemacht wurden.

Der manuelle Belichtungsmodus

Mein fotoreligiöses Lieblingsthema darf natürlich auch nicht fehlen. Noch so ein heiliger Gral: der manuelle Belichtungsmodus M. Ja, ja, manchmal geht es nicht anders, etwa beim Blitzen mit der Studioblitzanlage. Haben Sie eine Blitzanlage? Also ich bin ja der Meinung dass das „M“ für „Masochistenmodus“ steht. Wer sich das Leben gerne schwer macht und unbedingt an vielen Knöpkes herumdrehen möchte, der nutzt M. Alle anderen nutzen A, Av und T, Tv, S. Damit kann man (fast) alles erschlagen. Oder wie Rainer immer sagt:

Wer die Grundlagen der Fotografie verstanden hat, braucht den manuellen Belichtungsmodus nur noch in Ausnahmefällen

Zum guten Schluss

Ja, und dann ist da natürlich noch die Frage Canon oder Nikon… Aber ich glaube, Sie ahnen schon wie ich dazu stehe.

 

Ihre Louise von Tharau

 

Disclaimer: Die Artikel in der Rubrik „Louises Welt – Abgewatschelt“ stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion dar

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