Ästhetisch wertvoll: der Goldene Schnitt

bisher 2 Kommentare

Drittelregel

Ah, der Golden Schnitt … Was täten bildende Künstler nur ohne ihn? Schon in der Antike war er den Mathematikern bekannt. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde er als „ein ideales Prinzip ästhetischer Proportionen bewertet„, so Wikipedia. In dem verlinkten Artikel könnt ihr auch nachlesen, wie der Goldene Schnitt und die Goldene Zahl  (ungefähr 1,618) berechnet werden. Aber zu Zahlen später noch ein wenig mehr.

Ästhetisch wertvoll

Die Aufteilung eines Bildes nach dem Goldenen Schnitt, also z. B. die Flächenaufteilung oder die Platzierung von Objekten innerhalb des Bildrahmes, gilt als ästhetisch besonders ansprechend. Ob wirklich alle Menschen, oder zumindest die Mehrheit der Menschen, so empfinden ist allerdings nicht bewiesen. Aber unabhängig davon ist die Bildaufteilung nach dem Goldenen Schnitt nicht so ganz intuitiv, da die zugehörigen Zahlenwerte ziemlich krumm sind (hier sei wieder auf den Wikipedia-Artikel verwiesen …). Deshalb hat sich zumindest unter Fotografen die vereinfachte Drittel-Regel durchgesetzt. Danach unterteilt man das Bild gedanklich horizontal und vertikal in Drittel. Bildwichtige Elemente werden dann auf die Kreuzungspunkte der Drittellinien platziert. Das Beispiel der Elefanten illustriert das gut:

Elefanten in Tansania

Der Horizont liegt genau auf der oberen Drittellinie, der Berg im Hintergrund auf dem oberen linken Kreuzungspunkt und der optische Schwerpunkt der Elefantenherde auf dem unteren rechten Kreuzungspunkt. Ok, da wurde die Drittel-Regel schon ziemlich weit getrieben. Aber es ergibt sich aus meiner Sicht ein durchaus interessanter Bildaufbau.

Manch einer wird einwenden, dass die Drittel-Regel viel zu grob ist und das die Anwendung des Goldenen Schnitts ein viel harmonischeres Bild ergibt. Deshalb hier ein Vergleich zwischen der Drittel-Regel und dem Goldenen Schntt:

Goldener Schnitt

Die dunklen Punkte zeigen die Lage der Hauptelemente eines Bildes, wenn sie nach dem Goldenen Schnitt angeordnet sind, die hellen Punkte zeigen entsprechend die Lage nach der Drittel-Regel. Entscheidet für euch selbst, ob ihr den Unterschied für relevant haltet.

Persönlich sind mir sowohl die Drittel-Regel als auch der Goldene Schnitt, nun sagen wir mal, ziemlich wumpe (entschuldigt meine flapsige Ausdrucksweise). Allerdings finde ich eine außermittige Platzierung von Objekten im Bild tatsächlich meistens spannender als eine mittige Platzierung. Meistens. Aber eben nicht immer. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Puristen

Es gibt Zeitgenossen, die halten den Goldenen Schnitt für ein unumstößliches Gesetz in der bildenden Kunst, zu der ja bekanntlich auch die Fotografie gehört. Es soll tatsächlich den einen oder anderen Fotoclub geben, in dem die Jurymitglieder bei den Vereinswettbewerben mit dem Zentimetermaß nachmessen, ob denn wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Will heißen, ob denn der Goldene Schnitt auch tatsächlich eingehalten wurde. Verstöße gegen die Regel werden dann selbstverständlich mit Punktabzug geahndet. Na gut, ich denke mir meinen Teil und werde mich nicht um eine Vereinsmitgliedschaft bewerben.

Was meint ihr, ist der Goldene Schnitt wichtig für eure Fotos?

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2 Antworten

  1. Gerhard Schardt
    | Antworten

    Es gibt für die GoPro eine Folie mit dem goldenen Schnitt bei eBay. Einfach nach „Goldener Schnitt – Displayfolie für GoPro Hero 4, 5, 6, 7 für perfekte Fotos“ suchen.

    • Rainer Hoffmann
      | Antworten

      Danke für den Hinweis. Was es nicht so alles gibt!

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