Weit, weiter, am weitesten…

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 Athabasca River, Kanada

Mir kann es gar nicht weitwinklig genug sein. Gerade bei Landschaftsaufnahmen führen sehr kurze Brennweiten zu Bildern mit einer ausgeprägten Tiefenwirkung. Vorausgesetzt, man hat ein geeignetes „Objekt“ zur Verfügung, mit dem man den Vordergrund füllen kann. Wie etwa die Steine im Bild oben. Eine große, leere Fläche im Vordergrund kann ein Weitwinkelfoto ganz leicht zum totalen Langweiler werden lassen.

Wie weitwinklig darf es denn sein?

Beim APS-C Sensor endet die Weitwinkelwelt derzeit bei etwa 10 mm Brennweite. Das entspricht dem Bildwinkel eines 16 mm Objektivs an einer Vollformatkamera. Beim Vollformat ist noch ein bisschen mehr drin. Wenn man Fisheye-Objektive unberücksichtigt lässt, liegen die kürzesten Brennweiten bei etwa 11 mm. Nun mag man meinen, dass der Unterschied zwischen 16 mm und 11 mm so gewaltig nicht sein kann. Aber das täuscht. Während der Unterschied zwischen 200 mm und 205 mm praktisch nicht sichtbar ist, liegen zwischen 11 mm und 16 mm Welten. Das sieht man durchaus am Bildwinkel. Bei 11 mm Brennweite ist der horizontale Bildwinkel etwa 117 Grad, bei 16 mm sind es gerade mal 98 Grad!

Leider kann ich euch keine Vergleichsbilder mit den beiden Brennweiten zeigen, denn die Geschäftsführung hat die Anschaffung des schnuckeligen 11 – 24 mm / f 4.0 bisher nicht genehmigt…

Weitwinkel richtig einsetzen

Oft werden Weitwinkelobjektive einfach nur benutzt, um möglichst viel auf das Bild zu bannen. Die beiden Fotos aus der dead vlei in Namibia sind ein Beispiel dafür.

Das obere Bild entstand mit einer Brennweite von 16 mm, das untere mit 35 mm. Das wird aber nur klar, wenn man in die Exif-Daten zu den Bildern schaut. Die typische Bildwirkung eines Superweitwinkel-Objektivs kommt im oberen Bild einfach nicht zur Geltung.

Ganz anders bei dem folgenden Foto.

The Burren, Irland

Dieses Bild hat einen sehr ausgeprägten Vordergrund. Die Felsspalte ist nur etwa 10 cm breit. Die Weitwinkelaufnahme übertreibt die Größer des Vordergrunds und gleichzeitig erscheinen Objekte im Hintergrund viel kleiner, als sie bei normalen Brennweiten wirken würden. Der Felsblock im Mittelgrund hat einen Abstand zur Kamera von gerade einmal 2,5 Meter, wirkt aber viel weiter entfernt.

Dieser auch als Nah-Fern-Effekt bezeichnete typische Weitwinkeleindruck lässt sich am Besten im Hochformat und bei stark nach unten gesenkten Kamera erzielen, etwa so:

Einsatz eines Superweitwinkel-Objektivs

Man beachte, wie nah die Kamera am Vordergrund ist. Blende 11 oder 16 sollte da schon sein, damit wirklich von vorne bis hinten alles scharf wird. Und natürlich sollte die Entfernung halbwegs auf die hyperfokale Distanz eingestellt werden.

Übrigens, hatte ich schon gesagt, dass ich es gern noch weitwinkliger mag? So etwa 11 mm Brennweite fände ich durchaus nett…

 

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