ISO-Automatik

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Wenn man heute eine neue Kamera kauft, dann ist üblicherweise werksseitig die ISO-Automatik aktiviert. Und zwar auch in den Belichtungsmodi „Blendenpriorität“, „Zeitpriorität“ und „Manuell“. Viele Fotografen nutzen die ISO-Automatik gerne, um auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen immer eine genügend kurze Belichtungszeit für Aufnahmen aus der Hand zu haben. Allerdings sollte man sich über die Funktionsweise und die Grenzen der ISO-Automatik in den verschiedenen Belichtungsmodi im Klaren sein.

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beziehen sich auf Canon Kameras. Bei Kameras anderer Hersteller können sich die verschiedenen Belichtungsmodi in Kombination mit der ISO-Automatik teilweise anders verhalten.

ISO-Automatik und Blendenpriorität

Im Modus Blendenpriorität wird bei vorgegebener Blende die Belichtungszeit in Abhängigkeit von der Objektivbrennweite so gewählt, dass die Verwacklungsgefahr minimiert wird. Bei einer Brennweite von z.B. 100 mm wird eine Belichtungszeit von 1/100 sek oder 1/125 sek eingestellt. Die Kamera wählt dann die ISO-Zahl so, dass die Belichtung (normalerweise) korrekt ist.

In diesem Modus ist eine Belichtungskorrekture möglich. Allerdings wird die Korrektur, anders als bei fester ISO-Zahl, nicht mit einer Änderung der Belichtungszeit erreicht sondern über die ISO-Zahl.

Dieser Modus kann durchaus sinnvoll sein. Wer ein vorsichtiger Mensch ist, sollte die maximale ISO-Zahl so begrenzen, dass die Bildqualität akzeptabel bleibt

ISO-Automatik und Zeitpriorität

Im Modus Zeitpriorität wird bei gegebener Belichtungszeit eine offene Blende gewählt und die ISO-Zahl so eingestellt, dass die Belichtung passt. Erst wenn die Lichtverhältnisse so sind, dass bei der niedrigsten ISO-Zahl keine richtig belichtete Aufnahme mehr möglich ist, wird die Blende weiter geschlossen.

Die Belichtungskorrektur erfolgt auch in diesem Modus über die ISO-Zahl.

ISO-Automatik und Manueller Belichtungsmodus

Die Kombination der ISO-Automatik mit dem manuellen Belichtungsmodus erlaubt es, auf sehr bequeme Art und Weise auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen immer mit der selben Kombination von Belichtungszeit und Blende zu arbeiten. So kann man sicherstellen, dass die Fotos nicht verwackeln und gleichzeitig die Schärfentiefe immer im gewünschten Bereich liegt. Grundsätzlich also eine sehr interessante Möglichkeit.

Allerdings hat diese Methode bei den meisten Kameramodellen eine gravierende Funktionseinschränkung, die die Kombination ISO-Automatik und manueller Belichtungsmodus zumindest für mich unbrauchbar machen: Eine Belichtungskorrektur ist in diesem Modus nicht mehr möglich! Die ISO-Zahl wird immer genau so eingestellt, dass die Belichtung „wie gemessen“ erfolgt.

Dabei wäre es doch so einfach, für die Belichtungskorrektur einfach die ISO-Zahl heranzuziehen. Warum denken die Programmierer der Kamerasoftware nicht weiter?

Anmerkung: Falls es bei Canon Kameras ein Möglichkeit zur Belichtungskorrektur bei M + ISO-Auto geben sollte, dann bin ich ganz wild darauf, zu erfahren wie das funktioniert! Wenn ihr eine Idee habt, dann schreibt bitte einen entsprechenden Kommentar.

ISO-Automatik und Stativaufnahmen

In vielen Situationen, etwa bei Architekturaufnahmen in der Dämmerung oder Nachts, sowie bei Landschaftsaufnahmen, die häufig kurz vor oder nach Sonnenauf- bzw. Untergang gemacht werden, steht die Kamera üblicherweise auf einem Stativ. In diesen Fällen ist die ISO-Automatik meistens kontraproduktiv.

Da die Kamera nicht erkennt, dass dank Stativ gar keine Verwcklungsgefahr besteht und die Belichtungszeit bei statischen Motiven völlig zweitrangig ist, würde sie bei wenig Licht eine unnötig hohe ISO-Zahl wählen und damit die bei niedrigen ISO-Zahlen mögliche Bildqualität verschenken.

Anders ist die Situation natürlich, wenn man in der Dunkelheit bewegte Objekte scharf abbilden will. In diesen Fällen muss die ISO-Zahl natürlich so hoch sein, dass die Belichtungszeit ausreicht, die Bewegung einzufrieren.

Fazit

Die ISO-Automatik kann in manchen Situationen die fotografische Arbeit durchaus erleichtern. Man sollte aber immer ein Auge auf die von der Kamera gewählte ISO-Zahl haben, um nicht von einer unakzeptablen Bildqualität überrascht zu werden.

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