Vom Fotografen zum Schreiberling …

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Unser Buch

Unser letzter Blog vom August beschäftigte sich ja mit dem Thema Foto-Burnout. Und seitdem habt ihr nichts mehr von uns gehört. Aber wir hatten durchaus keinen Foto-Burnout. Den Grund für die Funkstille seht ihr oben. Unser erstes Buch erscheint am 27. November im Vierfarben-Verlag. Die letzten Monate waren wir daher so eingespannt, dass leider keine Zeit mehr für den Blog geblieben ist. Das soll sich wieder ändern. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Erfahrungsbericht über das Schreiben eines Fotobuchs.

Die Buchidee

Wir hatten uns im Mai 2016 mit einer Buchidee als Autoren beim Rheinwerkverlag, zu dem auch die Marke „Vierfarben“ gehört, beworben. Nach überraschend kurzer Zeit bekamen wir eine Antwort von einer Seniorlektorin des Verlags. Sie teilte uns mit, dass die Buchidee zwar ganz interessant sei, der Verlag aber die Marktchancen für solch ein Buch nicht als besonders hoch einschätzen würde. Aber wie es der Zufall so wollte, plante der Verlag gerade ein neues Grundlagenbuch und dank unserer Erfahrung in der Erwachsenenbildung bekamen wir daher das Angebot, eben dieses neue Buch zu verfassen. Natürlich war unsere erste Reaktion

Noch’n Grundlagenbuch? Die gibt es doch schon wie Sand am Meer.

Wir haben dann gelernt, dass alle großen Fotobuchverlage etwa alle drei Jahre ein neues Grundlagenbuch zur Fotografie herausgeben. Und bei Vierfarben war es gerade mal wieder an der Zeit. Also haben wir uns an die Arbeit gemacht. Schließlich schlägt man so ein Angebot nicht aus.

Konzeptphase

Bereits früh wurde klar, dass unser Buch ein sehr stringentes Konzept verfolgen würde. Jedes Thema sollte auf einer Doppelseite abgehandelt werden. In Einzelfällen konnte ein Thema auch nur eine Einzelseite umfassen. Bei der angestrebten Seitenzahl (424 Seiten inklusive Inhalt, Glossar und Index) mussten wir also die Fotografie in eine passende Zahl von vergleichsweise kleinen Einzelthemen „zerlegen“. Bereits das stellte eine Herausforderung dar, denn jedes dieser Einzelthemen sollte schließlich genau eine Doppelseite füllen. In enger Absprache mit der Lektorin haben wir dann ein Inhaltsverzeichnis erstellt, dass als Basis für den Autorenvertrag diente. Neben „normalen“ Doppelseiten sollte es auch Praxisseiten mit Schritt-für-Schritt Anleitungen und Bildanalysen geben.

Mit dem Inhaltsverzeichnis als Basis haben wir dann schon mal losgelegt und unsere Gedanken zu den einzelnen Themen aufgeschrieben. Das war zunächst nur eine Stichwortsammlung. Schon dabei stellte sich heraus, dass wir zu dem einen oder anderen Thema deutlich mehr sagen konnten als zu anderen (wer hätte das gedacht?). Das führte bereits zu ersten Änderungen des Inhaltsverzeichnisses.

Layout und Satz

Da das Buch in Adobe InDesign gesetzt werden sollte, konnten wir den Satz selbst übernehmen. Das Layout für das Buch sollte aber vom Verlag erstellt werden, so dass wir die Seiten „nur“ noch mit Texten und Bildern befüllen mussten. Als wir Anfang 2017 das fertige Layout erhielten, erlebten wir eine kleine Überraschung. Die Doppelseiten waren in noch kleinere optische Elemente, sogenannte Informationseinheiten, zerlegt worden. Das sah sehr gut aus, aber es bedeutete, dass wir die Themen der jeweiligen Doppelseiten in noch kleinere Häppchen zerlegen mussten, die dann in verschiedene Kästen passten. Daher mussten wir die Texte, die wir bis dahin geschrieben hatten, noch weiter unterteilen. Das stellte sich als nicht ganz einfach heraus, ist aber sicherlich für den Leser eine sehr gute Lösung.

Bildauswahl

Ein Buch über Fotografie soll natürlich gut bebildert sein. Es zeigte sich bald, dass es selbst in unserem umfangreichen Bildarchiv nicht immer das passende Foto gab, um einen ganz bestimmten Aspekt der Fotografie möglichst aussagekräftig zu illustrieren. Welche Fotos fehlten, zeigte sich jedoch oft erst während des Schreibens. Daher mussten wir dann kurzfristig einige Bilder nachproduzieren. So fehlten uns z.B. Beispielbilder zum Thema „Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang“. Aber nun ja, wer macht das im wirklichen Leben schon? In manchen Fällen wünschte sich das Lektorat andere Bilder, die wir so nicht in unserem Archiv hatten. Auch in diesen Fällen haben wir uns nochmal die Kamera geschnappt…

Lektorat

Als Fachbuchautor mag man meinen, man würde schon alles richtig machen. Schließlich ist man ja der Experte… Aber ein gutes Lektorat ist ungemein wichtig für ein gelungenes Buch. Wir haben schnell gemerkt, dass es ohne die Rückfragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge des Lektorats einfach nicht geht. Dafür schwimmt man viel zu sehr im eigenen Saft. Erst der Blick von außen durch die Lektorin oder den Lektor führt dazu, dass fachliche Ungereimtheiten und sprachliche Ungenauigkeiten ausgeräumt werden. In dieser Hinsicht haben wir sehr viel gelernt.

Endphase

Beim Schreiben der letzten Kapitel hatten wir zeitweise das Gefühl, schon alles irgendwo geschrieben zu haben. Die Ideen wurden weniger, das Schreiben immer zäher und der geplante Abgabetermin für das Manuscript rückte erschreckend nahe. Aber trotz einiger Panikattacken haben wir den Termin gehalten. Wenn auch knapp. Puh!

Produktion

Nachdem die Vorbereitung und das Schreiben des Buches über ein Jahr gedauert hat, sind Druck, Bindung und Verteilung der Bücher auf den Großhandel in gerade mal drei Wochen erledigt. Das finde ich nach wie vor erstaunlich. Am 27. November 2017 wird das Buch im Handel erhältlich sein. Vorbestellbar ist es bereits jetzt, z.B. direkt beim Verlag.

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