Wo ist das Camp?

bisher Keine Kommentare

Okavango Delta aus der Luft

Es gibt im Okavango Delta einige sehr entlegene Camps für die Wildtierbeobachtung. Der Zugang zu diesen Camps ist strikt begrenzt. Oft haben sie nur vier oder fünf Zelte, so dass maximal 10 Personen gleichzeitig dort übernachten können. Die botswanische Regierung möchte Massentourismus verhindern. Das ist gut für die wildlebenden Tiere. Weniger gut für den Geldbeutel des Tierfotografen.

Nur per Kleinflugzeug erreichbar

Manche dieser Camps sind so entlegen, dass sie nur per Kleinflugzeug erreichbar sind. Von Maun aus geht es Richtung Nordwesten ins Okavango Delta. Die Flugzeuge sind meist Cessna 150, viersitzige Maschinen, die von einigermaßen verwegenen Buschpiloten geflogen werden.

Wie die Leute über dem Delta navigieren, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ja, sie haben einen GPS Empfänger an Bord, aber aus der Luft sieht das Delta für das ungeübte Auge immer gleich aus. Die Landepisten, grob eingeebnete Schotterflächen im Busch, habe ich immer erst ein paar Sekunden vor dem Aufsetzen entdeckt. Es war immer spannend.

Wisst ihr, wo das Camp ist?

Als wir eines schönen Tages von einem dieser Camps in das nächste fliegen wollten, hatten wir dann ein nettes Erlebnis. Es fing damit an, dass die Maschine, die uns abholen sollte, mit fast einstündiger Verspätung eintraf. Das hat uns ziemlich kalt gelassen, schließlich waren wir in Afrika und da lässt man sich bisweilen schon ein wenig Zeit.

Als uns dann aber der Pilot fragte, ob wir wüssten wo unser nächstes Camp sei, er wäre da noch nie gewesen, wurde uns doch ein wenig mulmig.

Da wir die Koordinaten des Camps auch nicht kannten (woher auch?), sind wir dann einfach mal losgeflogen…

Immerhin hatte der Pilot ausser dem GPS auch noch eine richtige Landkarte dabei. Die sah zwar aus, als ob sie aus dem Diercke Weltatlas, südliches Afrika, stammte, aber besser als gar nichts.

Nun ja, ab und an verringerte der Pilot die Flughöhe und wir haben alle eifrig nach einer der besagten Schotterpisten Ausschau gehalten.

Rainer im Flugzeug

Da ich vorne neben dem Piloten saß, habe ich immer fleißig auf die Treibstoffanzeige geschielt. Wenn man aus dem Metier kommt, kann man diese Gedanken nicht so ohne weiteres verdrängen.

Irgendwann war unser Pilot dann aber doch der Meinung, die richtige Schotterpiste gefunden zu haben und setzte zur Landung an. Nicht ohne die Piste erst mal der Länge nach zu überfliegen. Aber das ist normal, denn man muss sicherstellen, dass nicht irgendein Löwe oder Elefant die Landebahn blockiert. Das kommt durchaus vor.

Cessna im Landeanflug

Wir sind da!

So ein wenig gespannt waren wir schon, ob wir tatsächlich im richten Camp waren. Aber wir wurden tatsächlich erwartet und hatten eine tolle Zeit und viele eindrucksvolle Tierbeobachtungen.

Leopard im Okavango Delta

 

Verfolgen Rainer Hoffmann:

Letzte Einträge von

Deine Gedanken zu diesem Thema