Kaufberatung? Nein, danke!

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Wenn man viele Fotokurse gibt, wird man natürlich auch häufig um Kaufberatung gebeten. Das bringt Simone und mich immer in einen Gewissenskonflikt. Einerseits möchten wir natürlich gerne helfen, andererseits fühlen wir uns zu einer vernünftigen Kaufberatung nicht in der Lage. Und das hat ein paar simple Gründe.

Ist Objektiv X besser als Objektiv Y?

Auf diese häufig von Teilnehmern an Fotokursen gestellte Frage kann ich nur antworten: „Woher soll ich das wissen?“ Anders als vielleicht der eine oder die andere denkt, sind wir keine Equipment Junkies. Wir interessieren uns nur dann für Kameras, Objektive oder Zubehör, wenn wir unsere bisherigen Ausrüstungsgegenstände aus irgendwelchen Gründen (Defekt, Verlust etc.) ersetzen müssen oder wenn ein neues Gerät technisch so viel besser ist als unser altes, dass es die Arbeit wesentlich erleichtert (das war das letzte mal der Fall, als wir von Analog auf Digital umgestiegen sind…). Ansonsten nutzen wir das, was wir haben.

Leider gehören wir auch nicht zu jener Riege von Fotografen, die regelmäßig die neuesten Kameras und Objektive von den Herstellern zur Verfügung gestellt bekommen, um dann positiv darüber berichten zu dürfen…

Mit anderen Worten: Wir haben keinen Überblick über den Markt und können auch keine Aussage über die jeweilige Qualität machen.

Aber wir können die Kriterien nennen, an denen wir uns orientieren, wenn wir neues Equipment kaufen.

Kamera

Die Kamera ist glücklicherweise das Unwichtigste beim fotografieren. Und seit selbst Einsteigerkameras mehr als 16 Millionen Pixel haben, ist auch die Pixelzahl kein wirkliches Kriterium mehr. Alle Hersteller haben heute Kameras im Programm, die höchste Qualitätsanforderungen erfüllen. Daher kann man sich ganz auf die wichtigen Fragen konzentrieren:

  • Wie liegt die Kamera in der Hand?
  • Sind die Bedienelemente logisch angeordnet?
  • Sind die wichtigen Bedienelemente so groß, dass man sie blind bedienen kann?
  • Bei spiegellosen Kameras: Ist der Sucher hochauflösend und flimmerfrei?
  • Ist die Menuführung einfach und logisch?
  • Gibt es Zubehör von Fremdherstellern?

Hat man sich einmal für ein System entschieden, sind diese Fragen allerdings eher akademischer Natur, da man bei einem Neukauf in der Regel auf eines der Modelle des Herstellers festgelegt ist.

Objektive

Die Objektive bestimmen, mehr als die Kamera selbst, die bildgestalterischen Möglichkeiten. Daher sollte man sich vor dem Objekivkauf folgende Fragen stellen:

  • Welche Brennweiten benötige ich (eher weitwinklig oder eher langbrennweitig)?
  • Zoomobjektiv oder Festbrennweiten?
  • Lieber ein Universalzoom (immer drauf Objektiv) oder doch mehrere Objektive?
  • Spezialobjektive wie Makro oder Tilt/Shift?
  • Gibt es im gewünschten Brennweitenbereich günstigere Alternativen von Fremdherstellern?

Die Beantwortung dieser Fragen hängt stark von den eigenen Vorlieben ab. Wer nicht gerne viel Ausrüstung mit sich herumschleppen möchte, wird sich eher für ein Universalzoom und gegen mehrere Festbrennweiten entscheiden. Wer Wert auf beste Abbildungsleistung legt, wird möglicherweise Festbrennweiten bevorzugen, usw.

Stativ/Stativkopf

Empfehlungen für Stative und Stativköpfe zu geben ist besonders schwierig. Letzlich läuft es immer auf einen Kompromiss zwischen Größe, Gewicht und Preis hinaus. Zwei generelle Ratschläge kann man aber geben:

  1. Beim Fachhändler des Vertrauens beraten lassen und ausprobieren (und dann auch dort kaufen!)
  2. Das Beste kaufen, das man vom Preis her gegenüber dem Lebenspartner noch vertreten kann.

Gerade der zweite Ratschlag wird gerne missachtet. Zwar gibt jeder viel Geld für Kameras und Objektive aus, aber beim Stativ und Stativkopf wird gerne gespart. Die Erfahrung zeigt aber, dass man mit einem Billigstativ nicht glücklich wird. Ein gutes Stativ dagegen überlebt die nächsten fünf bis zehn Kameragenerationen. Das Gleiche gilt für den Stativkopf.

Blitzgerät

Der simple Hinweis an dieser Stelle: Das stärkste Blitzgerät, das man sich leisten kann, ist auch das Beste. Man hat nie zu viel Licht, aber häufig zu wenig. Eine Leitzahl ab 40 sollte es daher schon sein.

Kabel- / Fernauslöser

Die Kabel- oder Fernauslöser der Kamerahersteller sind überteuert! Drittanbieter können das sehr viel günstiger und genau so gut.

Filter

Mit den Filtern der Markenhersteller macht man nichts falsch. Man kauft ein Filter mit dem Gewindedurchmesser für das größte Objektiv das man besitzt. Für Objektive mit kleinerem Durchmesser kauft man die entsprechenden Strep-down Ringe. So kann man ein Filter für alle Objektive nutzen. Die Alternative zu Schraubfiltern sind Steckfilter mit einem entsprechenden Objektivvorsatz.

Übrigens, UV Filter sind sinnlos.

Beratung im Fachhandel

Wenn es um konkrete Marken und bestimmte Geräte geht, dann ist der Fachhändler nach wie vor der richtige Ansprechpartner. Wir können nur generelle Hinweise geben, da wir beim besten Willen nicht alle Kameras, Objektive usw. persönlich kennen können.

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