„Morgens um sieben…

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…ist die Welt noch in Ordnung“ schrieb einst Johannes Mario Simmel. Es soll jedoch Menschen geben, die das bezweifeln. Und wer jemals beim Karneval in Venedig war, der kann diese Zweifel nachvollziehen. Also, jedenfalls die Fotografen unter uns, die schon mal zur Karnevalszeit in der Lagunenstadt waren.

Morgens am Markusplatz

So gegen viertel nach sechs oder halb sieben sammeln sich die ersten Fotografen und kostümierten Personen am Markusplatz und an der Anlegestelle der Gondeln. Und kurze Zeit später ist das Blitzlichtgewitter bereits in vollem Gange. Um die Kostümierten bilden sich Trauben von Fotografen und es herrscht schon bald ein babylonisches Sprachengewirr.

Noch vor Sonnenaufgang füllen sich die einschlägigen Locations mit Modellen und noch mehr Fotografen. Gefühlt stehen 20 bis 30 mit Kameras bewaffnete Menschen um jede kostümierte Person herum. Und spätestens gegen sieben Uhr werden die Bandagen härter. Da wird schon mal geschubst und gedrängelt und so manch ein Fotograf sieht nur noch den Rücken eines anderen Fotografen im Sucher. Wenn das der Simmel gewusst hätte…

Gegen 8:30 Uhr wird es so voll auf dem Markusplatz, dass man kaum noch ein Bein an die Erde bekommt. Geschweige denn ein Bild in den Kasten.

Unser typischer Tagesablauf beim Karneval in Venedig

  • 5:15 Uhr: Wecken
  • 6:00 Uhr: Wir verlassen das Hotel Richtung Markusplatz
  • 6:15 Uhr: Ankunft Marksplatz
  • 6:15 bis 8:30 Uhr: Maskierte Personen fotografieren
  • 8:30 Uhr: Rückmarsch ins Hotel
  • 8:45 Uhr: Frühstück
  • 9.30 Uhr: Fotos vom ersten Shooting sichern
  • 10:30 bis 13:00 Uhr: Fotos von der Stadt machen (unter weiträumiger Umgehung des Markusplatzes!!)
  • 13:00 Uhr: Capuchino
  • 14:00 bis 19:30 Uhr: weiter fotografieren (unter weiträumiger Umgehung des Markusplatzes!!)
  • 19:30 Uhr: Abendessen
  • 21:00 Uhr: Datensicherung
  • 22:30 Uhr: Abklappen

Wann man nicht zum Karneval fahren sollte

Am Wochenende vor Rosenmontag bis Aschermittwoch sollte man Venedig meiden. Es wird dann derart voll, dass viele der Straßen und Gassen zu Einbahnstraßen erklärt werden und man muß die dreifache Zeit einplanen, um ans Ziel zu kommen. Das Fotografieren der maskierten Personen ist fast unmöglich und selbst auf Burano oder Murano ist der Teufel los.

Trotzdem

Auch wenn die Karnevalszeit für Venedig Liebhaber eher eine abschreckende Zeit ist, bietet sie doch für Fotografen unendliche Möglichkeiten. Immer noch!

 

Wie immer freue ich mich über eure Kommentare.

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