Unser Workflow nach der Aufnahme

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Als Fotograf verbringt man heutzutage mehr Zeit vor dem Rechner als hinter der Kamera. Und das liegt durchaus nicht daran, dass die Fotos alle aufwändig nachbearbeitet werden müssten. Das ist im Gegenteil bei den meisten Bildern, sorgfältige Aufnahmetechnik vorausgesetzt, sehr schnell erledigt. Der eigentliche Aufwand steckt in der Verwaltung der Bilder. Unser Workflow nach der Aufnahme ist das Thema dieses Beitrags.

Sichten und Aussortieren

Der erste und vielleicht wichtigste Arbeitsschritt am Rechner ist das Sichten und Aussortieren der Bilder. Alles was technisch nicht einwandfrei ist, kommt natürlich sofort in den virtuellen Mülleimer. Danach entscheiden wir, welche Fotos aus einer Serie „keepers“ sind, also archiviert und vermarktet werden sollen. In aller Regel behalten wir vier oder fünf Varianten (sogenannte „similars“) desselben Motivs. Wenn möglich und dem Motiv angemessen sollten sowohl Quer- als auch Hochformate dabei sein.

Dieser Entscheidungsprozess sollte nicht zu lange dauern. Wenn man nicht binnen fünf bis zehn Sekunden entschieden hat, ob ein bestimmtes Bild ein keeper ist, dann ist es normalerweise nicht wirklich überzeugend und kann getrost gelöscht werden.

Das Sichten und Aussortieren erledigen wir in Adobe Bridge oder einem beliebigen anderen Viewer, der RAW Dateien anzeigen kann.

Umbennen der Dateien

Die übrig gebliebenen Fotos werden umbenannt, um sicherzustellen, dass es nicht zwei Dateien mit dem selben Namen gibt. Unsere Fotos werden ganz einfach durchnummeriert. Auch das lässt sich in Bridge oder anderen Programmen bequem (halb-) automatisch erledigen.

Kopieren der Fotos an den endgültigen Speicherort

Die umbenannten Dateien werden dann von der lokalen Festplatte an den endgültigen Speicherort, in unserem Fall eine externe USB 3 Platte, kopiert.

Import in Lightroom

Die Fotos werden nun von ihrem endgültigen Speicherort in Lightroom importiert. Über entsprechende Importvorlagen werden allen Fotos bereits die Copyright Informationen zugewiesen sowie Schärfeparameter und Objektivkorrekturen angewendet.

Verschlagwortung

Noch vor der Bearbeitung werden die Fotos verschlagwortet. Dieser Schritt ist elementar wichtig und muss deshalb sehr sorgfältig gemacht werden. Ungenügende oder gar keine Verschlagwortung sind ein Garant dafür, dass man seine Bilder nicht mehr wiederfindet. Sieben bis Zehn Schlagwörter pro Bild sollten es für den Hausgebrauch mindestens sein (bei uns können es auch bis zu 50 oder 60 sein…). Wir verschlagworten unsere Fotos in Lightroom.

Datensicherung

Bevor die Speicherkarten wieder formatiert werden, erfolgt natürlich eine Datensicherung. Die neuen Fotos werden automatisch auf eine zweite USB 3 Platte gespiegelt. Auch der Lightroom Katalog wird natürlich in die Datensicherung einbezogen. Die automatische Datensicherung läuft bei uns täglich am Ende des Arbeitstages.

In regelmäßigen Abständen wird eine dritte externe Festplatte, die außer Haus gelagert wird, ebenfalls mit den neuen bzw. veränderten Daten aktualisiert. Jede Datei existiert also drei mal auf drei verschiedenen Datenträgern.

Warum Bridge und Lightroom?

Auf den ersten Blick mag es umständlich erscheinen, die Bilder in Bridge auszusortieren, umzubenennen und auf die externe Festplatte zu kopieren, bevor man sie in Lightroom importiert. Schließlich kann man all diese Arbeitsschritte ja auch direkt in LR ausführen. Wir haben im Wesentlichen zwei Gründe für diese Vorgehensweise:

  • Wenn wir von einer Reise nach Hause kommen, haben wir viele Tausend Fotos „im Gepäck“. Der Import und die Erzeugung von Vorschaudateien für tausende von Fotos dauert in Lightroom ziemlich lange. Bridge dagegen greift einfach auf die Ordnerstrukur der Festplatte zu, ohne dass ein Import notwendig ist.
  • Die Funktion zur Umbenennung der Dateien ist in Lightroom leider immer noch nicht vernünftig gelöst. Das wesentliche Manko ist, dass sich Lightroom nicht merkt, welche fortlaufende Nummer als letzte vergeben worden ist. Man muss daher von Hand Buch führen. Bridge dagegen merkt sich die letzte benutzte Sequenzindexzahl und beginnt bei der Umbenennung der nächsten Bilder automatisch mit der nächst höheren Zahl*.

Für uns ist die Benutzung eines „Front-ends“, in diesem Fall Bridge, daher die komfortablere Methode.

* Wenn das auch in Lightroom funktionieren sollte, bitte ich um eure Rückmeldung. Ich habe diese Funktion verzweifelt gesucht, aber bisher nicht gefunden.

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