Datensicherung – ungeliebt aber notwendig

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Die Datensicherung gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig unbeliebtesten Aufgaben des (Hobby-) Fotografen. Simone und ich sprechen da aus Erfahrung. Wenn in unseren Kursen das Gespräch auf dieses Thema kommt, dann hören wir nicht selten von den Teilnehmern „Ja, da müsste ich mich auch mal drum kümmern“. Oft stellt sich dann heraus, dass die Bilder nur auf der lokalen Festplatte des Rechners gespeichert sind und dass es keine Sicherungskopie gibt. Damit ist der Datenverlust vorprogrammiert, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine Festplatte „den Geist aufgibt“.

Eine Datei ist keine Datei

Diese Weisheit stammt schon aus den Urtagen der Computerei und gilt bis heute. Jeder bekannte Datenträger geht irgendwann kaputt. Wenn dann die Fotos nicht auf mindestens zwei physikalisch unabhängigen Datenträgern existieren, dann kann die Wiederherstellung der Dateien sehr kostspielig oder sogar unmöglich sein. Und nicht jeder geht so entspannt an das Thema, wie ein Kursteilnehmer, der einmal sagte:

Ach, wenn die Bilder weg sind, das ist nicht so schlimm. Ich fotografiere sowieso nur Rosen. Dann habe ich wenigstens einen Grund, neue Fotos zu machen!

Gut, das ist natürlich eine Einstellung. Aber die meisten von uns haben doch eine stärkere Beziehung zu Ihren Fotos und deshalb ist Datensicherung essentiell.

Welche Datenträger?

Diese Frage ist heute einfach zu beantworten. Externe Festplatten sind ganz klar das Mittel der Wahl. Zum einen sind die Kapazitäten mit 2 bis 4 TeraByte ausreichend groß für viele Bilddateien, zum anderen sind die Kosten pro GigaByte gering. Seit der Einführung von USB 3 ist auch die Datensübertragungsgeschwindigkeit flott genug für große Datenmengen. Nachteilig ist allerdings die begrenzte Lebensdauer von Festplatten. Nach unserer Erfahrung liegt diese durchschnittlich bei etwa 4 bis 5 Jahren. Allerdings hatten wir auch schon Platten, die 11 Jahre gehalten haben. Und eine, die nach nur 6 Monaten defekt war.

In absehbarer Zeit dürften auch große SSDs erschwinglich werden. Dann sind sie wegen der höheren Datensicherheit den konventionelllen Festplatten vorzuziehen.

Optische Datenträger wie etwa die DVD sind aus meiner Sicht nicht sinnvoll als Archivierungsmedium. Neben der eher schlechten Datensicherheit selbstgebrannter DVDs ist es besonders die geringe Kapazität, die sie ungeeignet erscheinen lässt. 4,7 GB sind im Zeitalter von 20, 30 oder sogar 50 Megapixel-Bildern einfach nicht zeitgemäß. Um ein etwas größeres RAW Archiv zu sichern benötigt man Dutzende von DVDs. Das Wiederfinden von bestimmten Bildern ist dann ein unnötiges Geduldsspiel.

Datensicherungskonzept

Wer die Kosten nicht scheut, für den ist sicher ein NAS (Network Area Storage) Server die richtige Wahl. Die Datensicherung lässt sich damit sehr bequem automatisieren. Man muss sich dann keinerlei Gedanken mehr darüber machen, dass man unterschiedliche Datenbestände auf den verschiedenen Datenträgern hat. Ein kleiner Nachteil des NAS Servers ist die Tatsache, dass die Daten in aller Regel komprimiert und verschlüsselt sind. Bei einem Datenverlust müssen die Dateien daher zunächst wiederhergestellt werden, bevor man auf sie zugreifen kann. Das kann durchaus eine Weile dauern.

Aber auch mit simplen externen Festplatten lässt sich ein sinnvolles Datensicherungskonzept aufstellen. Das manuelle Kopieren der Bilder von einer Festplatte auf die andere ist jedoch keine Lösung. Zu leicht vergisst man dabei manche Bilder, die neu hinzugekommen sind oder deren Bearbeitungszustand sich geändert hat. Datensynchronisation heisst hier die Lösung. Dabei wird z.B. der Datenzustand einer Arbeitsfestplatte mit dem Zustand der Sicherungsplatte verglichen. Sollten Daten auf der Arbeitsplatte hinzugekommen sein oder sich verändert haben, werden sie auf die Sicherungsplatte kopiert. Diesen Vorgang kann man weitgehend automatisieren.

Die Datensynchronisation kann man entweder mit den Bordmitteln des Betriebssystems oder mit einem Synchronisationsprogramm erledigen. Als einfach aber zuverlässig hat sich z.B. das kostenlose FreeFileSync erwiesen.

Welche Lösung man auch wählt, wichtig ist vor allem, dass alle Fotos immer mindestens doppelt, besser dreifach, vorhanden sind. Sobald eine Festplatte versagt, muss natürlich eine neue her. Aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass zwei oder gar drei Festplatten gleichzeitig kaputt gehen.

Eine der Platten sollte dabei nach dem Synchronisieren vom Rechner und ggf. auch vom Stromnetz getrennt werden. Bei einer Überspannung, etwa bei einem Blitzeinschlag, kann es sonst sein, dass eben doch alle Platten unbrauchbar werden.

Wenn ihr Kommentare oder Ergänzungen habt, dann immer her damit!

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