Fotografieren auf Reisen

bisher 2 Kommentare

Wenn wir bei unseren Kursteilnehmern vorstellen und erzählen, dass wir sehr viel Reisefotografie machen, dann bekommt manch einer ein Leuchten in die Augen. Reisen und fotografieren und damit auch noch Geld verdienen, das klingt für viele Hobbyfotografen wie ein Traum. Aber wie heisst es so schön „Wenn es zu gut klingt um wahr zu sein…“.

Reisefotografie bedeutet nicht „Fotografieren im Urlaub“

Um es gleich vorweg zu sagen: Mit Reisefotografie Geld zu verdienen ist tatsächlich traumhaft. Denn natürlich fahren wir in Gegenden der Welt, die touristisch interessant, landschaftlich schön, kulturell spannend und möglicherweise kulinarisch eine Offenbarung sind. Aber Reisefotografie ist etwas ganz anderes als fotografieren im Urlaub. Wenn wir unterwegs sind, ist das alles andere als Urlaub, auch wenn das Foto oben etwas anderes suggeriert (aber dazu später mehr).

Das fängt schon bei der Reiseplanung an. Natürlich haben wir eine „Shooting Liste“, also eine Liste der Motive, die wir unbedingt fotografieren wollen. Der Tagesablauf wird dabei so weit wie möglich vorgeplant. Dabei stellen sich viele Fragen: Ist das Licht für ein Motiv morgens oder abends besser? Wie lang ist die Anfahrt vom Hotel? Wie sind die Fahrzeiten zwischen den einzelnen Motiven? Kann man mit dem Auto bis zum Motiv gelangen oder ist ein längerer Fußweg einzuplanen? Wie viel Zeit brauchen wir, um das Motiv „abzuarbeiten“. In welcher Reihenfolge fahren wir die verschiedenen Punkte an? Welche Alternativen haben wir, wenn das Motiv nicht zugänglich, eingerüstet ist oder aus anderen Gründen nicht fotografiert werden kann?

Leichtes Gepäck ist Fehlanzeige

Jeder reist gern mit leichtem Gepäck. Unser Fotogepäck ist aber alles andere als leicht. Neben drei DSLR Gehäusen (sicher ist sicher, ein Defekt ist nicht gerade selten) sind noch mindestens vier oder fünf Objektive dabei. Das 24-105mm als typisches „Brot- und Butterobjektiv“ und das 24-70mm als back-up. Dann das 70-200mm, das ebenfalls sehr häufig zum Einsatz kommt. Außerdem ein Super-Weitwinkel, z.B. das 16-35mm, für Landschaften und in der Stadt. Nicht selten auch noch eine 300mm Festbrennweite und zwei Konverter (1,4x und 2.0x).

Und natürlich das ganze Sortiment an Zubehör. Neben Filtern, Ersatzakkus und Ladegeräten ist das vor allem auch das Stativ mit Stativkopf. Und natürlich geht es heutzutage nicht mehr ohne Laptop und externe Festplatten für die Datensicherung unterwegs.

Wenn man das den ganzen Tag mit sich herum geschleppt hat, weiß man, was man getan hat.

Ausschlafen ist Fehlanzeige

Wer unterwegs schon mal lange schläft und sich beim Frühstück im Hotel gerne etwas Zeit lässt, der kommt als Reisefotograf nicht weit. Normalerweise sind wir bereits vor dem Frühstück unterwegs, um das beste Licht zu nutzen. Manchmal schaffen wir es zurück ins Hotel, bevor die Frühstückszeit beendet ist. Aber nicht selten muss ein Snack in einem Café genügen, nachdem die ersten Fotos „im Kasten“ sind.

Und natürlich versuchen wir auch das Abendlicht zu nutzen…

Nach einem langen Fototag liegt dann natürlich auch noch die Datensicherung und eine erste, sehr grobe Verschlagwortung der Bilder an.

Geld verdienen mit Reisefotografie?

Wenn wir dann nach drei oder vier Wochen wieder zuhause sind, könnten wir schon ein paar Tage Urlaub gebrauchen. Aber wir müssen ja Geld verdienen und daher heißt es Bilder aussortieren, verschlagworten, archivieren und vor allem vermarkten. Das ist lästig, aber notwendig. Denn nur, wenn sich die Bilder verkaufen, kommen die Kosten für die Reisen wieder rein. Hatte ich schon gesagt, dass wir die Reisekosten vorfinanzieren müssen?

Ach ja, das nette Foto des Fotografen, der sein Geld sozusagen im Schlaf verdient… Wir hatten uns in San Francisco in ein Hotel eingebucht, das so gar nicht unsere Preisklasse ist. Aber einige Zimmer in diesem Hotel bieten einen einzigartigen Blick über die San Francisco Bay von der Golden Gate Bridge im Westen bis zur Bay Bridge im Osten. Wir hatten auf zwei schöne Sonnenunter- und Aufgänge gehofft. Und wir bekamen sie. Die Fotos, die an diesen beiden Tagen entstanden, haben die Übernachtungskosten tatsächlich wieder herein gebracht. Und noch ein wenig mehr…

 

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2 Antworten

  1. Katja
    | Antworten

    Ich finde es einfach klasse, wenn man mit seiner Leidenschaft Geld verdienen kann. Das ist einfach klasse und sollte für viele ein Vorbild sein.

    • Rainer Hoffmann
      | Antworten

      Geld verdienen mit Reisefotos wird leider immer schwieriger. Der Wert von Fotos ist in den letzten 10 bis 15 Jahren drastisch gesunken. Aber wir versuchen es weiter 😉

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